Die Konfirmation

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Jahr für Jahr konfirmiert die Kirche Jugendliche. Jahr für Jahr lassen sich Jugendliche konfirmieren. So ist es denn richtig und wichtig, sich hin und wieder Rechenschaft darüber abzugeben, welcher tiefere Sinn hinter dieser Feier steckt – und das gilt für die Konfirmandinnen und Konfirmanden nicht weniger als für die konfirmierenden Pfarrerinnen und Pfarrer.

Konfirmanden und Konfirmandinnen forderten uns Unterrichtende heraus. Sie stellten uns verschiedene Fragen zum Thema. Nachfolgend einer von drei Antwortversuchen. 

Was genau ist Sinn und Zweck der Konfirmation?

Konfirmation heisst „Bestätigung“. Im Konfirmationsgottesdienst, am Ende der kirchlichen Unterweisungszeit, wird zweierlei bestätigt:

1. Die konfirmierende Kirche bestätigt und anerkennt, dass die Jugendlichen, die konfirmiert werden, getauft sind und ab 16 Jahren als selbstbestimmende Kirchenmitglieder über ihren religiösen Weg entscheiden können.

2. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden bestätigen, dass sie den mit der Taufe begonnenen Weg als Christen/Christinnen weiter gehen bzw. weiter erkunden und prüfen wollen – mit offenem Ausgang natürlich, denn der Glaubensweg ist nie zu Ende. Den Glauben besitzt man nie, und schon gar nicht endgültig. Im Glauben ist man unterwegs, und da können sich von Lebensabschnitt zu Lebensabschnitt immer wieder neue Wege und Einsichten eröffnen.

Mit der Konfirmation beglaubigen alle Beteiligten, dass die Konfirmierten in der Lage sind, ihren Glaubensweg in eigener Verantwortung weiter zu gehen.

Ein wichtiges Element der Konfirmation ist der Segen, der den Konfirmandinnen und Konfirmanden zugesprochen wird. Der Mensch besteht ja nicht nur aus Leib und Verstand, sondern ebenso aus Geist und Seele. Wir sind segensbedürftige Wesen – „der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ (Matthäusevangelium 4,4).

Die Konfirmation ist daneben selbstredend auch ein Übergangsritual vom Jugendlichen- ins Erwachsenenalter. 

Seit wann wird man so konfirmiert, wie wir es heute kennen?

Die Reformation hat von den altghergebrachten Sakramenten nur zwei, die Taufe und das Abendmahl, anerkannt. Damit fiel die Firmung weg. Die reformatorischen Kirchen empfanden das dann zunehmend als Mangel, weil die als Säuglinge Getauften keine Möglichkeit mehr hatten, ihre Taufe zu bestätigen („konfirmieren“). So entstanden dann im Reformationsjahrhundert die frühesten Formen der Konfirmation. 

Können Sie sagen, wie das früher aussah?

Was heisst „früher“? Etwa zur Zeit meiner Eltern? Die wurden Ende der 40er, anfangs 50er Jahre konfirmiert. Damals hatte die Konfirmation noch eine weitere Bedeutung nebst der „Bestätigung der Taufe“, nämlich die sogenannte „Admission“. Admission hiess „Zulassung zum Abendmahl“. Früher durfte man erst am Abend­mahl teilnehmen, wenn man konfirmiert war. Die Konfirmation fand normalerweise am Karfreitag statt und an Ostern ging man erstmals zum Abendmahl. Diese Bedeutung der Konfirmation fiel vor Jahren mit der Zulassung der Kinder zum Abendmahl weg.

Die Jugendlichen in früheren Zeiten wurden auf ein Glaubensbekenntnis verpflichtet (auf das „Apostolikum“, siehe Kirchengesangbuch Nr. 263). Und üblicherweise mussten sie auch Stücke aus einem Katechismus rezitieren. Der Katechismus ist eine Art „Lehrbuch des Glaubens“, das eine Frage-Antwort-Struktur hat. 

Welche Bedeutung hat der Konfirmationsspruch?

Der Konfirmationsspruch ist in der Regel ein Segenswort – oder möchte als solches verstanden werden –, das dem Konfirmanden / der Konfirmandin zugesprochen wird. Gleichzeitig soll es ein Leitwort sein, das den Menschen, der es zugesprochen bekommt, motivierend, ermutigend und manchmal auch tröstend durchs Leben begleitet. 

Wie genau läuft die Konfirmation ab?

Die Konfirmation, im weiteren Sinn verstanden, ist ein Gottesdienst wie jeder andere auch, erweitert durch den liturgischen Akt der Konfirmation. Im Konfirmationsgottes­dienst finden sich also dieselben Elemente wieder wie in jedem anderen Gottes­dienst, auch etwa in derselben Abfolge (theologisch nennt man die Abfolge „Liturgie“).

Der Konfirmationsgottesdienst ist insofern besonders, als auch die Konfirmandinnen und Konfirmanden selber zu Wort kommen, und zwar indem sie sich kenntlich, fass­bar, identifizierbar machen. Früher geschah das durch das alte, bereits oben erwähnte Glaubens­bekennt­nis, das «Apostolikum», mit dem die Jugendlichen ihr Einverständnis in den christlichen Glauben, wie er in den traditionell formulierten Texten niedergeschrieben war, bekundeten bzw. bekunden mussten.

Heute verlangt die Kirche dieses Bekenntnis in der Regel nicht mehr, was nicht heisst, dass es seine Gültigkeit verloren hätte. Aber der aufgeklärte, neuzeitliche Mensch will seinen Glauben frei und individuell formulieren. Das ist ungleich schwieriger, als wenn man sich vertrauensvoll in eine alte Formel fallen lassen kann. Unsere Kirche trägt diesem neuzeitlichen Bedürfnis Rechnung, indem sie die Konfirmandinnen und Konfirmanden in einem Teil des Gottesdienstes selber zu Wort kommen lässt. In diesem Teil soll ihre Haltung sichtbar werden, die sie haben zu religiösen, ethischen und moralischen Fragen. Die Erarbeitung dieses Teils geschieht im Unterricht, der dem Konfirmationsgottesdienst vorangeht, und ist das Resultat einer Auseinandersetzung mit biblischen Texten und den von Jesus Christus verkündeten Werten.

Ein weiteres Element, das unsere Konfirmationsgottesdienste kennzeichnet, ist die Ansprache eines Kirchgemeinderates / einer Kirchgemeinderätin. Das hat seinen Sinn, denn die konfirmierten jungen Menschen haben mit der und durch die Konfirmation einen neuen Status und neue Rechte in der Gemeinde (z.B. das Recht, ein Patenamt zu übernehmen).

Die Konfirmation im engeren Sinn, also der Konfirmationsakt, ist ein Segensakt.

Die Pfarrerin / der Pfarrer ruft die Konfirmandin / den Konfirmanden mit vollem Namen zu sich, spricht ihr / ihm ein biblisches Wort (den «Konfspruch») zu, legt dem Konfirmanden / der Konfirmandin die Hand auf und segnet ihn / sie. Die Handauflegung wird manchmal an andere, z.B. Gotte und Götti, übertragen. Die Gemeinde stimmt ein in ein Segenslied oder in einen ausgewählten Liedruf.

Pfrn. Astrid Maeder 

 


Zuspruch

Und ihr werdet mich suchen, und ihr werdet mich finden, wenn ihr nach mir fragt mit eurem ganzen Herzen. Dann werde ich mich für euch finden lassen – Spruch des Herrn. (Jeremia 29,14.14a)

 

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Konfirmation

Konfdaten 2018

Hünibach-Heiligenschwendi

Brian Perry
Sonntag 06. Mai,
9.30 Kirche Hilterfingen

Oberhofen

Pfr. Burghard Fischer
Sonntag 13. Mai,
9.30 Kirche Hilterfingen

Hilterfingen

François Villet
Sonntag 27. Mai,
9.30 Kirche Hilterfingen